Für diverse Aufträge im Bereich Eventfilm habe ich mir ein kompaktes Video-Schulterstativ zugelegt. Im Vorfeld musste ich endlos “googeln”, Reviews lesen, Forenbeiträge durchstöbern und Fachzeitschriften lesen bis ich für mich die perfekte Lösung zum kleinen Preis gefunden hatte. Diese möchte ich nun mit euch teilen:

Die Grundkomponenten

Die Basis bildet das kompakte DSLR Rig von Quenox. Dieses Set arbeitet mit dem gängigen 15mm System und besteht aus: 1x Schulterpolster, 2x 20cm Alurundstab, 2x 30cm Alurundstab, Z-Verbindungsstück, 2x Handgriff, 1x höhenverstellbare Kameraplatte.

Um das Rig weniger frontlastig zu machen verwende ich zwei 45cm Alurundstäbe von ROKO und ein 1000g Gegengewicht von ROKO.

Der Follow Focus FF1 ist wiederum von der Firma Quenox. Hier habe ich mich vorallem auf die guten Rezensionen von Amazon verlassen.

Insgesamt kostet das Rig in der Konstellation um die 500 Euro.

Verarbeitung & Qualität

Alle Komponenten sind solide verarbeitet. Das Rig ist sehr stabil und lässt sich gut kompakt zusammenbauen. Alle Komponenten finden locker in einem Standard Alukoffer Platz.

Die Schrauben der Quenox Rig-Teile lassen sich im Vergleich mit den Schrauben der ROKO Rig-Teile schwerer drehen. Auߟerdem sind die Schrauben von Quenox Bauteilen scharfkantiger. Hier merkt man ein leichtes Qualitätsgefälle Richtung Quenox. Die Alurundstäbe von ROKO sind allgemein leichter aufgrund geringerer Wandstärke und bringen Gumminoppen mit, die an den Enden aufgesteckt sind. Bei den Quenox Stangen hingegen, findet sich an Anfang & Ende ein 8mm Gewinde. Den Sinn dieses Gewindes habe ich noch nicht ganz verstanden; der Hersteller bietet zumindest keine Adapter an, um daran etwas zu befestigen.

Das Z-Verbindungsstück hat mich enttäuscht: will man die Alurundstäbe anbringen, kann ich die Schraube so fest ziehen, wie ich will. Der äuߟere Stab wird an beiden Seiten nicht 100%ig fest. Das spielt allerdings, wenn das Rig komplett zusammen gebaut ist , keine Rolle mehr, da sich alle Komponenten gegenseitig wieder stabilisieren.

Die Alurundstäbe sind schwarz eloxiert: davon sollte man sich schnell verabschieden. Schon nach mehrmaligen Auf- und Abbau sind Kratzer auf den Stäben und am Follow Focus zu sehen. Bei weiterem Gebrauch, wird von dem Schwarz auf kurz oder lang nicht mehr viel übrig bleiben.

Der Follow Focus ist gut verarbeitet und stabil. Auߟen befindet sich ein weiߟer Kreis auf dem man mit wasserlöslichen Stiften Markierungen für die Schärfe zeichnen kann.

Handhabung & Bedienung

In der Praxis erfüllt das Rig seinen Zweck sehr gut. Im Stand kann man die Kamera beinahe perfekt still halten - als stände sie auf einem Dreibeinstativ. Durch das Gegengewicht und die verlängerten Stangen liegt das Hauptgewicht auf der Schulter. Trotzdem haben die Arme auch noch genügend Gewicht zu tragen, was bei einem langen Drehtag sehr anstrengend sein kann.

Das Schulterpolster passt sich zumindest meiner Schulterform nicht ganz an. Weswegen ich anfangs mit Wacklern auf der Z-Achse zu kämpfen hatte. Das kriegt man aber mit etwas ߜbung schnell in den Griff.

Der Follow Focus hat kaum Spiel, ist leichtgängig und reagiert sofort. Nach 2 Shootings läuft das Rad allerdings nicht mehr 100%ig rund. Da ich ihn sehr pfleglich behandelt habe, er nie runtergefallen ist und die meiste Zeit im gepolsterten Koffer verbracht hat, kann ich mir das nicht erklären. Wiederum Qualitätsschwankung bei Quenox. Der Zahnriemen lässt sich auf billigen Objektiven oft nicht anbringen, da sich dort entweder der Fokusring beim Zoomen verschiebt oder der Fokusring einfach zu klein ist (z.B. EF 50mm 1:1,8). Da sollte man beim Kauf vorher abklären, ob die eigenen Objektive überhaupt dafür geeignet sind. Ansonsten tut er seine Pflicht gut.

Erweiterbarkeit

Dank genormten 15mm System kann man das Rig selbst mit Teilen anderer Hersteller unendlich erweitern. Die Kombination der Grundbausteine von Quenox und ROKO macht das deutlich.

Mittlerweile besitze ich auch ein paar Aufbauten. (z.B. Magic-Arm mit LED Headlight)

Auf meiner Wunschliste ganz oben steht momentan ein Vorschaumonitor. Aber auch Viewfinder, Battery Pack oder eine Brustunterstützung sind denkbar und machbar.

Fazit

Auch wenn Quenox an ein paar Ecken schwächelt, bekommt man trotzdem ein super System für einen echt fairen Preis. Als Einsteiger-Rig absolut empfehlenswert. Würde ich einem System alá ProAim aus Indien auf jeden Fall vorziehen!

Und wenn das Geld keine Rolle spielt, kommt man an einem RedrockMicro System sowieso nicht vorbei.