Die Flycam Nano ist ein Stabilisierungssystem für leichte Videokameras bis 0.8kg vom indischen Hersteller ProAim. In Deutschland kann man die Flycam online bei EQUIPRENT bestellen - sie kostet zum aktuellen Zeitpunkt 177,99€.

Lieferumfang/Unboxing

Ich habe mich für das Einsteiger-Kit inklusive Schnellwechselplatte entschieden. Neben der Flycam und der Schnellwechselplatte finden sich noch 16 Gewichtsscheiben mit je 100g, eine englische Anleitung, 2 V-förmige Adapter zur Sicherung, sowie einige Ersatzschrauben und Gumminoppen.

Dabei hat mich die Verpackung besonders beeindruckt: Die Flycam liegt im handgeschnittenen Schaumstoff, perfekt geschützt bei jeglichem Transport. Den Schaumstoff habe ich gleich behalten, in eine alte Umhängetasche gezwängt und brauche mir nun keinen extra Koffer zu kaufen. Top!

Verarbeitung & Qualität

Die Verarbeitung ist solide - die Qualität für den Preisbereich erstaunlich gut. Fast alle Teile des Systems sind aus Metall gefertigt, abgesehen von den Köpfen der Justierungsschrauben, einigen Abdeckungen und der Schnellwechselplatte (SWP) - diese sind aus Plastik. Das ist in diesem Fall ein Vorteil, da die SWP somit leichter ist und den Gewichtsbereich der Kamera nicht weiter einschränkt. Ansonsten finden sich keine scharfkantigen Objekte und der Gesamteindruck ist positiv.

Die Gumminoppen am FussŸ der Flycam sind nur angeklebt. In weiser Voraussicht werden aber genug Ersatznoppen mitgeliefert, um verloren gegangene zu ersetzen.

Die Anleitung ist auf Englisch und besteht aus 4 zusammengehefteten Einzelblättern in Folien. In Anbetracht dessen, dass man diese im Normalfall nur einmal liest und dann abheftet, ist das vertretbar.

Handhabung: Das Balancing

Vorweg: Ich habe vor dem Kauf schon mal mit dem Konkurrenzsystem Glidecam HD 2000 gearbeitet.

Das Balancing der Flycam kann schnell frustrieren. Um die Mount-Platte in einer Achse zu verschieben, müssen vier Schrauben gelöst werden. Das Verschieben gestaltet sich mit montierter Kamera als richtig schwierig: Die enorme Haftreibung zwischen den Metalloberflächen sorgt dafür, dass man viel Kraft aufwenden muss und die Platte dann schnell mal zu weit verschiebt.

Bei dem o.g. Konkurrenzsystem kann man die Mount-Platte mit einem Gewinde justieren, das ich mir bei meinen ersten Versuchen mit der Flycam auch gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz: nach einer Stunde Fummelarbeit und ein bisschen Fluchen war ich dann geübt und das Balancing ging recht fix von der Hand, selbst bei Kamera-Wechsel.

Die SWP erschwert den Vorgang zusätzlich: Sie hat nur ein Gewinde, wodurch sie sich im Einsatz gerne mal dreht und den Schwerpunkt der Kamera verschiebt. Es wird zwar ein V-förmiger Adapter mitgeliefert, der das Rotieren der Kamera verhindern soll, allerdings versagt dieser bei der SWP. (Ohne SWP funktioniert der Adapter einwandfrei) Schlieߟlich habe ich ein paar Gumminoppen zwischen SWP und Mount-Platte geklemmt und siehe da: es funktioniert.

Handhabung: Das Shooting

Nach der Frustration mit dem Balancing lief das Shooting wie von selbst. Ich komme mit der Flycam sogar besser zu recht als mit der Glidecam. Nach ein bisschen ܜbung, gelingen einem perfekt wackelfreie Kamerafahrten. Die Flycam macht ihren Job richtig gut. Sogar Einstellungen wie z.B. Dutch Shots lassen sich gut bewerkstelligen. Das einzige Manko beim Shooting mit der Flycam, ist der Griff: Ich finde ihn etwas zu klein. (oder meine Hände sind einfach zu grossŸ)

Fazit

Mit der Flycam Nano bekommt man ein ordentliches Stabilisierungssystem zum kleinen Preis.

Gerade, was das Balancing angeht, bieten teurere Systeme mehr Komfort und bessere Möglichkeiten. Im Einsatz überzeugt die Flycam allerdings ohne Abstriche. Von meiner Seite eine ganz klare Kaufempfehlung!

Hier noch mal der Link zum Onlineshop: EQUIPRENT